Erneut Saga in Chur :)

#1
Hallo liebe ForumerInnen!

Nachdem ich letzten Herbst gleich drei Sägeschrecken bei Chur fand, war ich am Samstag wieder am selben Ort (dieses Mal mit Begleitung) und wir hatten wieder Glück! :) Ein Weibchen liess sich schon nach wenigen Minuten auffinden, die Weitersuche ergab dann keine weiteren mehr. Von der Grösse her war das Tier absolut vergleichbar mit den letztjährigen. Zusätzlich fehlte ihm aber der Unterschenkel des linken Hinterbeins (vielleicht wurde dieser einem Vogel geopfert).

Was ich dieses Mal zum ersten Mal bei einer Saga beobachten konnte: den Beutefang! :D Es fing damit an, dass wir das Tier zum Fotografieren auf einen abgestorbenen Baumstumpf setzten und sich darauf zufällig auch ein Grashüpfer befand. Nach kurzer Zeit begann sich die Saga auf den Grashüpfer zuzubewegen - ganz langsam, der Körper bewegte sich dabei leicht vor und zurück. Da glaubte ich noch nicht wirklich an das, was danach passierte, denn ich hatte schon mehrfach Sagas beobachtet, die sich auf Grashüpfer zubewegten, sich jedoch nicht für diese zu interessieren schienen. Als die Sägeschrecke dem Hüpfer schon sehr nahe war und dieser noch nicht den Anschein machte, dass ihm die potentielle Gefahr bewusst war, hielt sie für ein paar Sekunden inne. Dann plötzlich griff sie blitzschnell zu, indem sie die letzten paar Zentimeter zur Beute mit einer sprungähnlichen Bewegung überbrückte. Die Folge war, dass sie beinahe den Baumstrunk hinunterfiel, sie konnte sich jedoch noch mit einem (!) Bein festhalten, baumelte kurz in diesem Zustand am Holz und zog sich dann samt Beute wieder herauf, wo sie begann, den Grashüpfer zu verspeisen, beginnend beim Kopf.

Ich hänge drei Fotos an:

Für alle gilt: Schweiz, Kanton Graubünden, Umgebung Chur, 21. September 2019, Tagfund (Fotos: Roman Dirnberger)

VG, Roman
74C9334F-EF28-4AB5-B6BA-7519D8D7F061.jpeg
863E1FA2-0930-46BC-BC81-E7363E760E49.jpeg
533AC663-4A62-46B6-BF2F-C2C3775627B2.jpeg

Re: Erneut Saga in Chur :)

#2
Hallo Roman

Danke für diesen spannenden Bericht. Man würde es den Tieren nicht zutrauen, dass sie biltzschnell zuschlagen können. Das sie etwas ungeschickt war, ist vermutlich dem fehlenden Hinerfuss zu schulden.

Es ist auch typisch, dass sie ihre Beute vom Kopf her zu verspeisen beginnt.

Herzliche Grüsse
Florin
Orthoptera-App! Die Heuschrecken-Bestimmungs-App für iOS und Android.
Sicher bestimmte Tiere bitte bei Observation.org melden - danke!